Neue Equinox Veröffentlichung: Geste – Jaw Breaker EP

Etwas elektronischer? Nicht nur etwas! Etwas härter? Auf jeden Fall! Passt das noch zu Equinox? Na klar!! Also: reinhören, abfeiern und kaufen! Hier noch die offizielle deutsche Release-Info:
Geste heißt eigentlich Francois-Charles Domergue, spielt Bass in Post-Rock und Hardcore Bands und ist auch ansonsten alles, was man sich nicht vorstellen würde, hört man seine Songs. Andererseits – wie sonst wollte man sich erklären, woher DAS auf einmal durch die Boxen kommt. Die Geschichte, das Geste sich während einer Bandpause mit elektronischer Musik auseinandersetzte, bei der ihm einfach die rohe Energie des Punk zwischen all den Feinsinnigkeiten im Sound fehlte, ist vielleicht nur eine schöne Anekdote – aber kaum etwas beschreibt die Aura um seine Songs besser.
“Jaw Breaker“ zum Beispiel beginnt mit einer wunderbar tänzelnden Spieluhr-Melodie, der sich langsam kleine Fetzen harmonischen Krachs anheften, bis dann die Harmonie als Täuschung entlarvt wird, der Beat unvermittelt einsetzt und man schier Schlag auf Schlag durch den Song geprügelt wird. Doch wie das passiert, das hat wieder soviel Stil und Charme, dass man kaum merkt, wie man den Receiver der Stereoanlage auf Maximum dreht, bis der Anschlagspunkt die Drehbewegung stoppt wie der Beat anfangs die Spieluhr. Geste’s Songs sprühen nur so vor Ideenreichtum; man hört ihnen zu, als säße man neben ihrem Komponisten und sähe ihm über die Schulter, wie er, elektrisiert von einer neuen Idee, den Song immer und immer wieder aufbricht. Und jede Idee ist dabei pure Energie, und jeder Song ist dabei pure Energie.
Geste spielt nicht einfach Punk auf der Drum Machine, sein Ansatz ist es, Attitüde in eine bekenntnislose Musikrichtung zu bringen, und wenn diese mit einem großen “Fuck You” beginnen soll, dann ist das der „Jaw Breaker“, der dann nach fast fünf Minuten doch wieder zurück zur Spieluhr findet – nur scheint diese nicht mehr dieselbe zu sein, die einen anfangs noch so unschuldig in den Song zog.
“Ohm Sick“ dagegen zieht die ganze Geschichte von hinten auf, setzt mit den für Geste so typisch krachenden, zerrenden Beats ein, um die sich die Melodie, ein paar schön dahingeworfene Töne eines elektronischen Klaviers, diesmal schmiegt und windet. Anstatt auf die Urgewalt seines Drum Programmings zu setzen, nimmt er diesmal diese wenigen Töne, später unterstützt von einer Wucht von einem Bass, um eine fast schon unerträgliche Spannung heraufzubeschwören; diesen wie jeden seiner Songs kann man einfach nicht laut genug hören…
“André“ schlussendlich ist wohl die Hymne der Platte, verbindet dieser Song doch alles, was schon die ersten beiden Titel der EP ausmacht: Eine Songstruktur – man will fast Dramaturgie sagen -, die den Elan von Black Flag mit der Feinsinnigkeit eines Amon Tobin zusammenbringt. Wäre man nicht so aufgewühlt von der Kraft die selbst diesem, dem ruhigsten der drei vertretenen Songs, innewohnt, man würde gespannt und fingernägelkauend vor den Boxen sitzen, wartend darauf, was denn da noch kommen kann…
“Mein Ziel ist es, eine gute Idee pro Song zu haben.” – Was man hier in knapp 13 Minuten hören durfte, reicht anderen Produzenten für ein ganzes Album. Und zu dem könnte man sich bei diesen wahrscheinlich noch nicht einmal dazu bewegen.
Am 16. Dezember 2008 um 07:11 Uhr
yeah!
f-c, wanna see that crazy shit in berlin next year!
let them speakers–!